Frank Hendrik Hortz – persönlicher Blog
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Nachlese: Intrigen in der DBU

12/6/2025

12 Kommentare

 
Nach der Veröffentlichung des Blog-Beitrags „Ist die DBU etwa zu einer Sekte geworden?“ erhielt ich eine Reihe von interessierten Nachfragen: Was da denn genau passiert sei und ob ich den genannten „Drohbrief“ der DBU verlinken könne. Gern stelle ich die Informationen in Form eines Erfahrungsberichts zur Verfügung.

Die Ereignisse in chronologischer Abfolge

Alles begann im Herbst/Winter 2024 damit, dass ich hörte, die Deutsche Buddhistische Union sei in finanzielle Schwierigkeiten geraten. Ich nahm Kontakt zu anderen Mitgliedern der DBU auf und tauschte mich mit ihnen aus. Darunter mehrere Ratsmitglieder und Delegierte von Mitgliedsgemeinschaften. Es zeigte sich schnell, dass ich nicht der Einzige war, der sich sorgen um die DBU machte.

Verschiedene Anfragen an den verantwortlichen Vorstand nach relevanten Finanzdaten, um uns einen Überblick über die wohl brisante Situation unseres Vereins zu verschaffen, beantwortete dieser nicht. Auch im Rat selbst wollte der Schatzmeister weitergehende Informationen nicht vorlegen. Er sprach aber offen von einer drohenden Insolvenz. Die Mitarbeit in der eigens zur Bewältigung der Finanzkrise eingerichteten Task Force gestaltete sich ebenso unbefriedigend. Der Schatzmeister gewährte den ehrenamtlich Helfenden keine freie Hand. Er versuchte, die Arbeit und den Informationsfluss jederzeit zu kontrollieren.

Die nachvollziehbare Forderung, in dieser ernsten Situation eine außerordentliche Mitgliederversammlung abzuhalten, wurde vom Vorstand abgelehnt. Stattdessen organisierte der Vorstand eine „Infoveranstaltung zur aktuellen Finanzlage der DBU“ für Mitglieder. Diese sollte per Zoom Anfang Dezember 2024 stattfinden. Allerdings, man erfuhr als einfaches Mitglied von dieser Veranstaltung über die offiziellen Kanäle der DBU nichts, sondern ausschließlich über interne Kanäle. Ich besorgte mir den entsprechenden Zoom-Link und wählte mich zum angegebenen Zeitpunkt ein. Die Veranstaltung war dann auch nur mäßig besucht, berücksichtigt man, dass die DBU nach eigenen Angaben 10.000 bis 12.000 Mitglieder repräsentiert. Es waren geschätzt 30, vielleicht maximal 50 Personen anwesend.

Was ich bei dieser „Infoveranstaltung“ erlebte, war erschütternd: Die Moderatorin, die DBU-Fundraiserin Frau Beate Aldag, agierte hochmanipulativ – vermutlich durch den Vorstand entsprechend instruiert: Sie mischte sich in die Redebeiträge der Teilnehmer ein, die ohnehin zeitlich eng begrenzt waren, bewertete sie, machte lächerlich und versuchte vorzuschreiben, was inhaltlich gesagt werden dürfe und was nicht. Es gipfelte darin, dass einem Ratsmitglied, das sich kritisch äußerte, der Ton abgedreht wurde – einem demokratisch legitimierten Mitglied des Leitungsgremiums des Vereins!

Das selbe Ratsmitglied, dem bei der „Infoveranstaltung“ der Ton abgedreht wurde, berichtete im Übrigen, dass er auf Grund seiner kritischen Haltung als Querulant verleumdet, gemobbt und im Rat letztlich isoliert werde. 

Der Offene Brief

Nach dieser Erfahrung war meinen DBU-Freunden und mir klar, dass eine normale Kommunikation mit den Verantwortlichen nicht möglich ist. Sie war von ihnen offenbar nicht gewünscht. Gab es etwas zu verbergen? Fünf von uns entschlossen sich daraufhin, einen Offenen Brief zu verfassen. Diesen schickten wir Ende Januar an Rat und Vorstand der Deutschen Buddhistischen Union und verbreiteten ihn bedacht über private Kanäle sowie einer buddhistische Online-Plattform, dem buddhaland.org. Wir setzten an das Ende des Briefs bewusst den Satz: „Lasst uns gemeinsam diese Krise bewältigen und die DBU wieder auf einen stabilen Kurs bringen.“ Wir hatten weiterhin die Hoffnung, dass mit dem Vorstand, der bisher alle Bemühungen um eine gemeinsame Lösung blockiert hatte, dennoch eine Zusammenarbeit möglich sei, um die Krise unseres gemeinsamen Vereins zu überwinden.

Aber: Auch dieses Gesprächsangebot schlugen die Verantwortlichen der DBU aus. Sie reagierten mit der Aufforderung, die Verbreitung des Offenen Briefs sofort einzustellen, verfassten eine diskreditierende Stellungnahme, in der sie unter anderem Lügen verbreiteten, sowie einen Drohbrief, den sie uns, den Verfassern des Offenen Briefs, persönlich per E-Mail und Briefpost zugesandten.

Das Ratsmitglied, das den Offenen Brief mitverfasst und unterzeichnet hatte, war im Anschluss mit einer langen Frageliste des Vorstands konfrontiert. Man forderte ihn auf, diese in einer Art Verhör zu beantworten, was er selbstverständlich ablehnte.

Wir, die Verfasser des Offenen Briefs, berieten nun, wie es weiter gehen könnte. Zunächst einmal stellten wir die Unwahrheiten, die uns in der DBU-Stellungnahme entgegengehalten wurden, in einer eigenen
"Entgegnung zur Stellungnahme des Vorstands der Deutschen Buddhistischen
Union auf den Offenen Brief zur Finanzkrise der DBU
" richtig.


Darüber hinaus überlegten wir, ob wir einen weiteren Offenen Brief verfassen sollten oder was sonst zu tun sei, um unseren Verein, der uns am Herzen lag, vor der wohl drohenden Zahlungsunfähigkeit zu retten. Wir entschlossen uns – auch um eine weitere Eskalation mit dem Vorstand zu vermeiden – keine weiteren öffentlichen Äußerungen zu tätigen. Stattdessen wollten wir uns aktiv in die Lösung der Probleme unseres Vereins einbringen: Wir bewarben uns zu den Ratswahlen bei der kommenden Mitgliederversammlung um Ratsposten.

Versuch der Deeskalation

Ich ergriff die Initiative und rief bei einigen Verantwortlichen an, um im Vorfeld der Mitgliederversammlung Missverständnisse auszuräumen und endlich ins Gespräch zu kommen: die inzwischen zurückgetretene Vorsitzende Anna Karolina Brychy, den Schatzmeister Claus Herboth sowie die Chefredakteurin der Vereinszeitschrift Susanne Billig. Letztere hat zwar kein demokratisches Mandat, ist aber bei vielen Ratssitzungen anwesend und beeinflusst die Politik des Vereins oft nicht unwesentlich. 

Frau Brychy und Frau Billig verweigerten ein klärendes Gespräch komplett. Und dies, obwohl in jedem bösen Brief seitens des Vorstands an uns immer wieder Gesprächsbereitschaft betont wurde. In dem Protokoll der Ratssitzung vom 8. Februar 2025 ist nachzulesen, dass ein Ratsmitglied vorschlug, uns, die Verfasser des Offenen Briefs per Zoom zu einer Ratssitzung zuzuschalten, so dass man gemeinsam über den Offenen Brief sprechen könne. Die damalige Ratsvorsitzenden Anna Karolina Brychy hielt dies für „nicht geboten“. „Der Rat hatte bislang noch keinerlei Gelegenheit, sich über den Offenen Brief zu beraten und wünscht erst einmal einen internen Austausch.“ Aber auch nach Wochen – nachdem man annehmen konnte, dass der gewünschte Austausch im Rat nun erfolgt sei –, lud man uns nicht zu einem klärenden Gespräch. 

Einzig Herr Herboth zeigte sich nach anfänglicher Skepsis immerhin bereit, mir die Betriebswirtschaftlichen Auswertungen, BWA, der letzten vier Jahre der DBU zur Verfügung zu stellen. Finanzunterlagen also, in die wir als besorgte Mitglieder schon lange Einsicht verlangt hatten, was uns aber bis dahin verweigert wurde.

Unter anderem aus diesen BWA ging hervor, dass die finanziellen Probleme im Wesentlichen durch zu hohe Personalkosten sowie die Kosten, die die Vereinszeitschrift Buddhismus Aktuell verursacht, hervorgerufen worden sind. Bereinigt um überdurchschnittliche Spendeneinnahmen hat die DBU mindestens seit 2020 Jahr für Jahr rund 50.000,- € mehr ausgegeben als eingenommen. Die  Vereinszeitschrift erzeugt – bereinigt um interne Verrechnungen – ein Defizit von etwa 80.000,- € jährlich. 

Die Mitgliederversammlung

Am letzten Wochenende im Mai fand nun die Mitgliederversammlung statt. Nach dem üblichen formalen Teil so einer Vereinsversammlung, etwa der Feststellung der Beschlussfähigkeit, schritt die Interims-Vorsitzwende der DBU Tsunma Konchok Jinpa Chodron, bürgerlich Jutta Gassner, zu einer zusammenfassenden Präsentation der vergangenen Ereignisse. Frau Gassner betonte, dass die Präsentation die ehemalige 1. Vorsitzende Frau Brychy zusammengestellt habe. 

Zunächst wurde in der Präsentation einer der Verfasser des Offenen Briefs in Abwesenheit schlecht gemacht. Er habe bei der vergangenen Mitgliederversammlung einen Antrag „aggressiv“ eingebracht, der zudem falsche Behauptungen enthalten habe. Wer diese Person kennt, wusste um die Lächerlichkeit dieses Vorwurfs: Es gibt wohl niemanden der gutmütiger, sanfter und mehr buddhistischer Ethik verpflichtet ist, als diese Person. Diese Schilderung von Frau Gassner bzw. Frau Brychy hatte nur einen Zweck: Die Person zu diskreditieren, weil sie zu den Verfassern des Offenen Briefs gehörte.

Frau Gassner fuhr fort und präsentierte aus dem Zusammenhang gerissene Screenshots von Posts aus den Sozialen Medien, die mich persönlich betrafen. Auch hier war die Intention klar: Ich sollte als Verfasser des Offenen Briefs gegenüber den versammelten Delegierten der Mitgliedsgemeinschaften der DBU diskreditiert werden. 

Auf so etwas war ich nicht vorbereitet – aber ich hätte es nach den vorangegangenen Ereignissen eigentlich sein müssen –, weshalb ich keine Fotos von dieser unsäglichen Präsentation anfertigte. Eine spätere Nachfrage, ob man mir die Präsentation überlasse, hat man natürlich abgelehnt. Vielleicht wird sie mit dem Protokoll zur MV 2025 veröffentlicht. Dann werde ich sie an dieser Stelle nachträglich verlinken.

Der Schatzmeister verbreitete insgesamt Optimismus, unter anderem, weil ja durch den aktuellen Spendenaufruf nun ausreichend Mittel zur Verfügung stehen. Die drohende Zahlungsunfähigkeit sei damit abgewendet. Dass man sich aber dauerhaft nicht auf ein so gewaltiges Spendenaufkommen verlassen kann, das kurzfristig durch einen alarmistischen Spendenaufruf aktiviert worden ist, und die bisher eingeleiteten rudimentärten Sparmaßnahmen nicht ausreichen, um die Zukunft der DBU zu sichern, wollte niemand hören.

Es gibt noch viele weitere Details, die der Schilderung Wert wären: Etwa, dass man extra viele Kandidaten für die Ratswahl mobilisierte und dass man versuchte per Satzungsänderung die Zahl der Räte zu verringern, um unsere Wahl in den Rat zu verhindern. Dass die Mitarbeiter der DBU wohl dazu angehalten wurden, bei der Mitgliederversammlung in bewegenden Wortbeiträgen ihre Ängste um ihre Arbeitsplätze kundzutun: Die Geschäftsstelle solle ja unter anderem geschlossen werden. Dahinter stand die Erzählung des Vorstands, dass die Verfasser des Offenen Briefs eine Agenda verfolgen, um der DBU zu schaden, sie handlungsunfähig zu machen; unter anderem dadurch, dass Arbeitsplätze massiv abgebaut werden sollen. Typische Fake-News, um einen politischen Gegner zu verleumden. 

Delegitimierung statt Dialog

Was aus der Distanz wie eine Kette unglücklicher Entscheidungen oder dysfunktionaler Kommunikation erscheinen mag, war eine wohlchoreografierte Rufmord-Kampagne und eine politische Intrige, die sektuide Züge trägt. Sie offenbart bei näherer Betrachtung ein tieferes Muster: Der Umgang des DBU-Vorstands mit der Krise zeigt einen psychologischen Verdrängungsmechanismus. Das Verhalten erinnert frappierend an ein kindliches Prinzip: Wenn ich etwas nicht sehen will, ist es nicht da. Die unbequeme Realität – eine drohende Zahlungsunfähigkeit, massive strukturelle Probleme, interne Kritik – wird nicht bearbeitet, sondern ausgeblendet. Nicht durch Einsicht, sondern durch Kontrolle. Nicht durch Dialog, sondern durch Delegitimierung.

12 Kommentare
Besorgter Beobachter
12/6/2025 19:52:15

Das klingt nach sehr viel verletzter Eitelkeit auf allen Seiten. Dies im Kontext eines buddhistischen Vereins ist sehr befremdlich und schadet der Verbreitung buddhistischer Lehren im deutschsprachigen Raum.

Antworten
Joachim Rotermund
13/6/2025 13:58:17

Moin! Ich bin in den Rat gewählt worden. Wenn ihr mögt, redet mit mir. Beste Grüße aus dem Norden.

Antworten
Hendrik
15/7/2025 15:02:25

An diesem Kommentar des Ratsmitglieds Joachim Rotermund wird deutlich, was ich meine: Der Rat der Deutschen Buddhistischen Union ist für eine offene Kommunikation nicht zu haben – offenbar auch nicht der neu gewählte.


Statt an dieser Stelle seine Argumente – sicher eine andere Sichtweise – darzulegen, worauf andere dann in einem offenen Gespräch reagieren könnten, wird versucht, den interessierte Leser hinter verschlossene Türen zu ziehen, um mit ihm zu „reden“. Damit entzieht man sich dann einer lästigen Diskussion, die ja nur dazu führen könnte, dass man des Unrechts überführt wird.


Ich habe diese Nachricht einen Monat nicht freigeschaltet, sondern zunächst das Gespräch mit Joachim gesucht. Per Mail erhielt ich keine Antwort. Dann entdeckte ich ihn zufällig bei Facebook. Hier schrieb ich ihn an, ob er auf mein Mail nicht antworten wolle. Er meinte, er überlege noch, was er schreiben möchte. Dann erwiderte ich noch, dass man sich auch über den Chat bei Facebook unterhalten könne oder einfach telefonieren. Bis heute habe ich keine Antwort erhalten.

Antworten
Dr. Hans-Günter Wagner
24/6/2025 12:19:26

Meine Erfahrungen nach über 30-jähriger DBU-Mitgliedschaft und jahrlanger Tätigkeit in der „Arbeitsgruppe Unterrichtsmaterialien“ (vor einiger Zeit beendet) bestätigen vollständig den hier geschilderten Eindruck einer Organisation mit ausgeprägt sektoiden Strukturen. Kritische Stimmen (z.B. zum sexuellen Missbrauch in einigen DBU-Gemeinschaften) sind unerwünscht, abweichende Meinungen werden ignoriert oder ausgegrenzt, und wer das nicht akzeptiert, wird diffamiert, von internen Kommunikationskanälen abgeschnitten und gemobbt. Ein Blick in die verlinkten internen Protokolle offenbart eine Welt von Konformitätsdruck und Harmonisierungszwang. Anstelle einer offenen und sachbezogenen Auseinandersetzung wird emotionale Theatralik inszeniert – typisch für Gemeinschaften mit geschlossenen Weltbildern und eigenen Superioritätsidealen. Die Nachfrage der fünf Verfasser des öffentlichen Briefes nach unerlaubten Zahlungen an Vorstandsmitglieder blieb derweil unbeantwortete. Wenn ein konstruktiver interner Dialog nicht möglich ist, bleibt nur der Weg nach außen. Vielleicht stößt ja der (liebevolle) „öffentliche Arschtritt“ bei dem einen oder anderen noch einen Gesinnungswandel an. Ein Foto auf der DBU-Website anlässlich des Rücktritts der Vorsitzenden Anna Karolina Brychy zeigt diese zusammen mit dem Schatzmeister und der neuen Vorsitzenden Tsunma Konchok Jinpa Chodron. Alle drei lächeln in die Kamera und tragen Hausschuhe. Anna hält eine tantrische Bronzefigur in der linken Hand, deren Kopf mit einem weißen Tüchlein verhüllt ist. Vielleicht die Gottheit des unfreiwilligen Humor. Deutscher Pantoffel-Buddhismus hinter verschlossenen Türen. Das Problem ist jedoch: Hier zelebriert sich eine kleine Gruppe von Berufsbuddhisten als das Vertretungsorgan des Buddhismus in Deutschland, obwohl nicht einmal 5% der in Deutschland lebenden Buddhisten dort organisiert sind. Dass es so gekommen ist, liegt auch am ursprünglichen Konstruktionsfehler dieses Verbandes. Statt ein offenes Forum aller Buddhisten, am Buddhismus interessierten Menschen und auf diesem Gebiet Forschenden zu schaffen, wurde ein Dachverband von Glaubenskohorten etabliert, um deren Interessen zu regulieren und Verpfründungen zu sichern. Die Einzelmitglieder sind marginalisiert. Dem Ansehen des Buddhismus als Religion und Philosophie ist das ziemlich abträglich. Was vielleicht noch helfen könnte, wäre eine radikale Entkopplung von Verbands- und Einzelmitgliederorganisation (BRG). Die Einzelmitglieder sollten sich von diesem Verband trennen und selbstständig weitermachen.

Antworten
Tenzin P. link
24/6/2025 12:25:04

Vielen Dank für die Zusammenfassung. Und, es tut mir wirklich sehr leid!

Im großen und ganzen konnte ich das kaum zeitlich verfolgen. (Zudem kostet ein Einarbeiten in die Materie sehr viel Zeit und man muss die Details auf allen Seiten sehr gut kennen, recherchieren und unparteilich zur Kenntnis nehmen.)

Allerdings hatte ich die Stellungnahme des Vorstandes der DBU zum Ursache\Wirkung Artikel zu Lama Dawa (»Der Lama muss weg«) gelesen. Bei dem Fall kenne ich mich aus. Außerdem war ich ja selbst Ratsmitglied zu jener Zeit als die Vorwürfe aufkamen und stand / stehe mit der Betroffenen Person in Kontakt.

Auf der Basis meines Wissens um den Fall, erkenne ich sehr gerne an, dass der Artikel von U\W den Fall von Lama Dawa fair und korrekt dargestellt hat. Es gibt schlicht nichts, was ich in ihm als falsch, irreführend oder übertrieben erkennen könnte. Aus meiner Sicht ist das ein wirklich guter journalistischer Artikel!

Wenn man hingegen die DBU Stellungnahme zum Artikel liest, da wird dem Autor vorgeworfen, es würde dem Artikel an »gründlicher Recherche« und »sicheren Fakten« fehlen und er würde die »Komplexität des Geschehens« nicht erfassen. Das ist inhaltlich nicht richtig – ein völlig falscher Vorwurf und letztlich ein ad hominem (Angriff auf die Person): der Journalist als völlig unfähiges Wesen.

In einem anderen Zusammenhang (einem Email Verteiler) wurde den Verfassern des Offenen Briefes hinter ihrem Rücken vorgeworfen aus niederen Motiven zu handeln, die Vorgänge würden an die Geschichte von Devadatta erinnern (der aus Eifersucht den Buddha immer wieder angriff, diskreditierte oder sogar zu ermorden versuchte). Auch dies ist ein ad hominem, eines, das ich aus dem Sektenkontext nur zu gut kenne: (besorgten) Mitgliedern (oft dann als »Kritiker« bezeichnet) wird pauschal eine niedere, verblendete Motivation unterstellt und damit wird der faktische / inhaltliche Konflikt (Kritik), also die Sachebene, auf die persönliche Ebene verlagert und vernebelt.

Während Fakten und Sachebene sich überprüfen lassen und einen Dialog zulassen (wenn beide Seiten ehrlich sind), eine Motivation kann man eigentlich nie zweifelsfrei belegen, da sie ein geistiger Prozess ist, der für Außenstehende nicht so einfach überprüfbar ist. (Was ja auch der Buddha lehrt.)

Anerkennen muss ich, dass die Stellungnahme der DBU immerhin ca. drei Monate später dann doch gelöscht wurde – auch wenn das mutmaßlich auf Druck basierte. Sie hätte aber eigentlich nie so erscheinen dürfen und wirft diesbezüglich kein gutes Licht auf die damalige Führung (den Vorstand der DBU, der sie verfasste).

Die Muster, die ich in der Dynamik um den U/W-Artikel zu Lama Dawa / Stellungnahme des DBU Vorstands und die drumherum-Kommunikation erkennen kann, finde ich (leider) auch in den oben geschriebenen Abläufen wieder.

Antworten
HoKai
15/7/2025 13:04:47

Leider konnten wir als Gemeinschaft aufgrund der kurzfristigen und für uns äußerst ungünstigen Verschiebung des Termins nicht an der Mitgliederversammlung der DBU teilnehmen. Deshalb haben wir einem der engagierten Unterzeichner:innen des Offenen Briefes unser Mandat übertragen, um deutlich zu machen, wie wichtig uns diese Debatte ist.

Unser Wunsch war eindeutig: Die vorhandene Krise innerhalb der DBU muss sichtbar und hörbar gemacht werden. Denn offensichtlich ist in der Vergangenheit etwas geschehen, was eine solch drastische und öffentliche Aktion notwendig gemacht hat. Dr. Hans-Jürgen Wagner hat treffend formuliert, dass der Offene Brief kein Angriff, sondern vielmehr eine Einladung zum Dialog darstellt. Genau diese Haltung unterstützen wir ausdrücklich. Konflikte dürfen nicht verschwiegen oder heruntergespielt werden; sie bieten vielmehr die Chance zu einer tiefen, ehrlichen Begegnung, aus der neues Vertrauen und eine wirkliche Erneuerung entstehen könnten.

Gleichzeitig dürfen wir die Augen nicht davor verschließen, dass es bereits zu Austritten und weiteren Konfliktsituationen gekommen ist. Wir müssen genau hinschauen und offen diskutieren, in welche Richtung sich die DBU entwickelt: Bleibt sie ein lebendiger, vielfältiger Rat, der die buddhistischen Gemeinschaften in ihrer ganzen Vielfalt vertritt, oder wandelt sie sich zunehmend zu einer elitären und konservativen Mitgliedervertretung?

Sollte sich Letzteres abzeichnen, wäre auch für uns letztlich nur der Austritt eine konsequente und notwendige Entscheidung. Möge dieser schwierige Moment also zu einer ehrlichen Standortbestimmung und einer bewussten Neuausrichtung führen – für eine Gemeinschaft, in der sich alle gesehen und willkommen fühlen.

Antworten
Jona
2/8/2025 10:46:20

Ich bin aktiv im Jungen Buddhistischen Netzwerk. Wir sind sozusagen der Jugendverband der DBU, werden finanziell und organisatorisch durch die Verwaltung eingeworbener Spenden oder digitale Infrastruktur unterstützt, aber sind in unseren Aktivitäten und Entscheidungen unabhängig. Einige von uns haben sich regelmäßig kritisch über die Geschehnisse, beispielsweise auch über die Stellungnahme der DBU zum Ursache\Wirkung Artikel zu Lama Dawa (»Der Lama muss weg«) und den Umgang des Rates mit dem Fall gesprochen und unsere Kritik auch in den Rat getragen.

Im beschriebenen Zeitraum engagierte ich mich im Rahmen eines Praktikums auch in der DBU und arbeitete dem Rat zu, nahm auch an Ratssitzungen teil. Ich war schon damals besorgt, negativ überrascht und auch verärgert über die damaligen Prozesse in der DBU, jedoch aus teilweise anderen Gründen als Frank Hendrik Hortz (folgend FHH).

Ich stimme FHH in einigen Punkten zu. Dennoch möchte ich benennen, dass FHH einer Seite der zwei Konfliktparteien in einem sehr eskalierten Konflikt angehört. Das zeigt sich m.M.n. in den Darstellungen und Schilderungen von Sachverhalten und Geschehenem, die mir oft sehr einseitig vorkommen und die ich teilweise anders wahrgenommen habe. Dieser Text würde noch länger werden, wenn ich versuchen würde, auf alles einzugehen, daher möchte ich dies nur so benennen.

Grundlegend teile ich die Kritik am Vorgehen des damaligen Vorstands und Rates der DBU in und auch vor der Finanzkrise. Ein solches Defizit wurde zu spät bemerkt. Transparenz wurde nicht so schnell hergestellt, wie es angemessen gewesen wäre. Sollte die Einladung zur besagten Informationsveranstaltung tatsächlich nicht an alle Mitglieder versendet worden sein, wäre auch das ein schwerer Fehler.
Die Arbeit der Rates und die Möglichkeit der Beteiligung in der Taskforce erlebte ich aber nicht als so unzureichend, wie sie FHH beschreibt. Regelmäßig wurden Maßnahmen der Taskforce im Rat vorgestellt und zu deren Umsetzung berichtet. Einige große Maßnahmen konnten nicht von heute auf morgen umgesetzt werden, wurden aber weiter vorangetrieben. Es wundert mich, dass dies von FHH nicht anerkannt wurde.
Zudem fällt mir immer wieder eine unterschiedliche Beurteilung der finanziellen Lage auf, die beiderseits als Fakten (entweder es ist nicht so schlimm oder es ist sehr schlimm) dargestellt wurden. Das hier zu diskutieren kann ich nicht leisten, möchte aber meine Einschätzung benennen: Beide Seiten haben da relevante Punkte. Über Einsparungen bei Ausgaben und auch Stellen zu sprechen, auch für die Buddhismus Aktuell, ist in so einer Situation grundlegend richtig und wurde mir zu kategorisch abgelehnt. Gleichzeitig benennt FHH nicht, dass er als Verleger der U/W in der Buddhismus Aktuell eine Hauptkonkurrentin hat und sich zumindest für mich nicht überzeugend aus reiner Sorge um die DBU für solche Kürzungen einsetzte. Was FHH als „interne Verrechnungen“ bezeichnet, sehen andere aus guten Gründen nicht so. Oder auch, wenn ein Großteil der MVV trotz kritischer Beiträge nicht davon überzeugt ist, dass die Sparmaßnahmen so unzureichend sind wie von FHH geschildert, handelt es sich vielleicht doch um eine berechtigte andere Einschätzung der Lage.

Zu dem Informationstreffen: Kurz vor dem Treffen wurde ich gebeten, die Moderatorin Beate Aldag zu unterstützen, in dem ich auf den Chat achtete. Aspekte der Moderation von Beate Aldag und die Entscheidungen zur strikten Redezeitbegrenzung fand ich nicht passend und teile Aspekte der Kritik von FHH. Allerdings war ich ebenfalls erschüttert, aber aus anderen Gründen. Ich fand den Ton, der von FHH und anderen Personen dieser Seite des Konfliktes ausging, und zwar direkt als erste Redebeiträge, untragbar. Ich erlebte diese Personen oft als destruktiv bis beleidigend. Ihre berechtigte Kritik wurde durch Wut und ein Redeverhalten, dass ich in einem buddhistischen Verband nicht erwartet hatte, überschattet.
Ich war übrigens die Person, die dem besagten Ratsmitglied den Ton abgestellt hat, und zwar als dieser nach seinem inhaltlichen Beitrag zu Beleidigungen gegenüber Personen aus dem Rat überging und sich nicht unterbrechen lies. Ich habe das auch direkt benannt. Dazu möchte ich sagen: Ich habe eine Konfliktmoderationsausbildung und bin in diesem Bereich seit 7 Jahren tätig. Ich spreche mir in dem Feld eine gewisse Professionalität und die Kompetenz zu, das beurteilen zu können. Der Darstellung von FHH widerspreche ich in diesem Punkt deutlich.

Nichtsdestotrotz ist eine Kritik an dem Format angebracht und richtig, aber sie sollte nicht so einseitig bleiben wie von FHH. Das Format war nicht geeignet für eine Debatte und hätte eine inhaltliche, keine re

Antworten
Frank Hendirk Hortz
3/8/2025 21:13:14

Lieber Jona,

vielen Dank für Deinen Kommentar. Es ist beruhigend zu sehen, dass es in der DBU noch Menschen gibt, die überhaupt versuchen, in eine offene Diskussion einzutreten. Das ist ja mittlerweile seltener als ein Einhorn im Stadtpark.

Allerdings liest sich Dein Beitrag streckenweise wie das Statement eines abgehalfterten Politikers: ein bisschen Selbstkritik, ein bisschen Verständnis, ein bisschen moralische Entrüstung und dann doch wieder der Versuch, die Gegenseite zu delegitimieren. Man kennt das.

1. Das erste Märchen: vom „späten Bemerken“

Du schreibst, das Defizit sei „zu spät bemerkt“ worden. Nur war das kein Versehen, sondern Verantwortungslosigkeit. Der Schatzmeister, Claus Herboth, hat die Defizite Jahr für Jahr auf den Mitgliederversammlungen benannt und dann sofort wieder in Watte verpackt. Es wurden Sparmaßnahmen angekündigt, die so entschlossen umgesetzt wurden wie Neujahrsvorsätze Mitte Februar.

Ein wiederkehrendes Defizit von 50.000 € jährlich ist kein plötzlicher Regenguss, es ist ein sehr nasser Dauerregen. Aber anstatt den Schirm aufzuspannen, wurde einfach weiter fröhlich geplanscht. Und dann trat Claus Herboth ernsthaft bei der aktuellen Ratswahl wieder an als sei nichts gewesen. In der freien Wirtschaft hätte man ihn vermutlich mit einem Karton unter dem Arm aus dem Büro geleitet.

2. Das zweite Märchen: von der „unterschiedlichen Einschätzung“ der Finanzlage

Es gab nie zwei „unterschiedliche Beurteilung der finanziellen Lage“, außer man hält Zahlen für Ansichtssache. Der Schatzmeister selbst sprach intern von einer drohenden Insolvenz. Wenn jemand „es brennt“ ruft, ist es keine unterschiedliche Einschätzung zu sagen: „Mist, es brennt“.

3. Die Sache mit der „Konkurrenz“ und der „geheimen Agenda“

Kommen wir zum Lieblingsverschwörungmythos aus dem DBU-Märchenbuch: Ich sei gar nicht aus Sorge um die DBU aktiv geworden, sondern aus wirtschaftlichem Eigeninteresse, schließlich sei ich Herausgeber der Ursache\Wirkung, und die Buddhismus Aktuell deren „Hauptkonkurrentin“. Nun ja, das ist ungefähr so, als würde man der Süddeutschen Zeitung unterstellen, sie wolle dem Gemeindeblatt von Hintertupfing den Rang ablaufen.

Die BA hat derzeit noch etwas über tausend zahlende Abonnent:innen. Die Ursache\Wirkung verkauft das in kurzer Zeit über ihren Online-Shop – von ihrem Abonnentenstamm und ihrer Gesamtreichweite von über 100.000 Leser:innen ganz zu schweigen. Wenn hier also jemand neidisch guckt, dann gewiss nicht wir.

Auch die Erzählung vom Verstecken meiner Verlegerrolle ist ungefähr so haltbar wie ein Papierschirm im Monsun: Jeder, der diesen Blog liest, weiß, wer ich bin und was ich mache.

Und ja, ich habe nie ein Geheimnis daraus gemacht, dass die BA betriebswirtschaftlich ein Fass ohne Boden ist. Luftbuchungen durch interne Verrechnung, ein jährliches Defizit im sechsstelligen Bereich, und das alles für ein Blatt mit begrenzter Wirkung. Wer das nicht thematisieren darf, weil er „Konkurrent“ sei, müsste auch jedem verbieten, gegen Massentierhaltung zu protestieren, der mal in einem Bioladen einen auf den Boden gefallenen Kohlkopf ins Regal zurückgelegt hat.

4. Vom Ton, der Macht und dem Demokratieverständnis

Kommen wir zur „Infoveranstaltung“ und der Tonlage: Du warst, so schreibst Du, „erschüttert“ vom Redeverhalten einiger Kritiker. Ich war ebenfalls erschüttert – allerdings von der Dreistigkeit, mit der versucht wurde, kritische Stimmen zu unterbrechen, zu diskreditieren oder technisch stumm zu schalten. Die Demokratie wurde da nicht nur leise gedimmt, sie wurde mit der Mute-Taste exekutiert.

Dass ausgerechnet ein Praktikant einem demokratisch gewählten Mandatsträger den Ton abdreht, weil dieser angeblich „nicht unterbrechbar“ und nach Einschätzung des Praktikanten zu unfreundlich ist, ist Realsatire „Ich hab eine Ausbildung in Konfliktmoderation“ ist kein Freibrief für Zensur. Und Professionalität zeigt sich nicht in Zertifikaten, sondern in Handlungen und Haltungen.

Was Du als „beleidigend“ oder „wütend“ bezeichnest, war aus meiner Sicht nichts anderes als die verzweifelte Leidenschaft von Menschen, denen man wiederholt und systematisch das Gespräch verweigert hat. Wer das als „unbuddhistisch“ brandmarkt, hat den Dharma vielleicht zu oft mit Kamillentee verwechselt.

Antworten
Jona
4/8/2025 10:46:58

ine „Ordnungsmoderation“ gebraucht.

Schon vor diesem Treffen erschien mir das Verhältnis zwischen den Konfliktparteien so zerrüttet, das beiderseits für eine wirklich konstruktiven Zusammenarbeit keine ehrliche Bereitschaft bestand.
Der Offene Brief sowie die Reaktionen sprechen inhaltlich für sich. Ich habe ebenfalls die Berichte vom Schatzmeister gesehen und auch wenn sie erst mit der Zeit klarer und nachvollziehbarer wurden, waren zum Zeitpunkt der Veröffentlichung des offenen Briefes einige der dort beschriebenen Punkte im Rat diskutiert und (auch für mich überzeugend) widerlegt worden. Dass ein Ratsmitglied diesen Brief dennoch unterzeichnete, finde ich irritierend. Bzgl. des „Drohbriefes“ möchte ich ergänzen, dass schon zuvor (erfolglos) und sehr früh im beschriebenen Prozess rechtliche Schritte aus der Konfliktpartei um FHH (nicht von ihm!) gegen die DBU eingeleitet wurden. Von wem dieser Teil der Eskalation ausging, bewerte ich daher anders.

Ich möchte betonen, dass ich eine Kritik am Rat und Vorstand sowie den Wunsch, FHH und die Unterzeichner des Briefes besser einzubinden, gerechtfertigt finde. Gleichzeitig erlebte ich insb. FHH und das erwähnte Ratsmitglied als so eskalativ und destruktiv, dass ich auch die beschriebene Verweigerung nachvollziehen kann, auch wenn ich sie für nicht richtig halte. Denn bei beiden erkannte ich auch die ehrlichen Sorgen und den Wunsch nach einer positiven Entwicklung für die DBU hinter der Wut. Dass der gegenseitige Umgang miteinander in der Art und Weise auf MVV gipfelte, ist unschön und leider wenig verwunderlich – auch wenn hier wieder nur eine Perspektive darauf geschildert wurde.
Ich hatte zudem den Eindruck, im Ganzen spielen persönliche Konflikte eine Rolle, die schon vor der Finanzkrise zu verhärteten Fronten geführt haben. Aber das ist nur meine Vermutung.

Das Kapitel dieses Beitrages von FHH stellt für mich einen neuerlichen Tiefpunkt in der Auseinandersetzung dar, auf den ich nicht weiter eingehen möchte. Ich möchte ihn nur in meine kurze Einschätzung des ganzen Prozesses einordnen:

Die DBU ist in einer Krisensituation und Verantwortliche haben dabei auch Fehler gemacht. Ohne diese zu entschuldigen, möchte ich aber erwähnen, das wir hier von ehrenamtlich Engagierten sprechen, die schon vor dieser Zeit oft jenseits ihrer Belastungsgrenzen waren. FHH und die Unterzeichner des Briefes hatten wichtige Kritiken, aber agierten in meiner Wahrnehmung von Anfang an zumeist eskalativ und destruktiv, bei weitem nicht so kooperativ wie FHH es hier darstellt. Wären sie tatsächlich so wie hier geschildert aufgetreten, wären ihnen sicher auch anders begegnet worden. Dass auch das Verhalten von FHH etc. teilweise eine Reaktion auf eine ablehnende Haltung war, kann ich nachvollziehen. Ich halte es nicht für sinnvoll, auf die Suche nach der „schuldigen“ Seite zu gehen, das führt nirgendwo hin. Ich hatte den Eindruck, FHH und die Unterzeichner des Briefes haben sich früh für Eskalation und einen öffentlichen Machtkampf entschieden. Diesen haben sie letztlich auf der Mitgliederversammlung durch Abwahl aus bzw. Nicht-Wahl in den neuen Rat deutlich verloren scheinbar deutlich verloren. Darauf folgten nun öffentliche einseitige Darstellung und Abwertungen, auf die ich größtenteils gar nicht erst eingegangen bin.

Abschließen möchte ich aber damit, dass mich in dem ganzen am meisten schockiert, wie wenig ich buddhistische Lehren im Umgang miteinander verwirklicht sehe. Ich sehe sehr, sehr viel Ego, wenig heilsames Handeln, geschweige denn rechte Rede, viel Wut. Ich nehme sehr viel Verletzungen war. Es ist traurig und ich wünschte, die Fronten wären nicht so verhärtet.

Ich hoffe, alle Beteiligten bemühen sich, ihr Handeln wieder mehr am Dharma auszurichten und nicht das Dharma ins Spiel zu bringen, um die Gegenseite als fehlgeleitet oder verblendet dazustellen. Dafür finde ich keine Worte.
Gerade in solchen Konflikten halte ich es für angebracht, zunächst einmal an der eigenen beschränkten Perspektive respektive Verblendung zu arbeiten.

Ich bedaure den Austritt von Frank Hendrik Hortz aus der Deutschen Buddhistischen Union, sehe aber seine Anteile an der Eskalation.
Ich würde mir wünschen, dass es zu einer gemeinsamen Aufarbeitung kommt,

Zudem hoffe ich, dass der neue Rat der DBU die Kritik zu Herzen nimmt und auch auf die strukturellen organisatorischen Ursachen (vor allem eine ehrenamtliche Geschäftsführung im Form des Vorstandes und Rates) schaut und nachhaltige Veränderungen anstößt.

Antworten
Frank Hendirk Hortz
4/8/2025 11:06:04

Lieber Jona, danke für Deinen neuerlichen Kommentar. Gern antworte ich auch darauf:

1. Dialogvermeidung als Vereinsstrategie

Du schreibst, „beiderseits“ habe keine echte Bereitschaft zur Zusammenarbeit bestanden. Das ist ein eleganter rhetorischer Winkelzug, nennt sich False Balance. Ein bisschen wie bei Streit zwischen Kind und Erwachsenem zu sagen: „Da haben sich halt beide nicht benehmen können.“

Die Wahrheit ist: Wir haben uns wieder und wieder um Gespräche bemüht. Haben intern, direkt, persönlich und schriftlich den Dialog gesucht. Doch was kam zurück? Nichts. Es wurde abgewiegelt. Offenheit ist im DBU-Vorstand und Rat so willkommen wie ein Getuschel in der Zen-Stille.

2. Die Legende von verständlichen Kassenberichten

Du lobst die Finanzberichte von Claus Herboth. Das ist rührend aber leider nicht belastbar. Nur zur Erinnerung: Der Kassenwart präsentierte Jahr für Jahr Defizite, sprach von „kommenden Einsparungen“ (Spoiler: sie kamen nicht), lieferte aber keine klaren Zahlen zu Personal- oder Sachkosten, keine stringente Darstellung des Finanzstatus, keine nachvollziehbare BWA. Für uns, die wir beruflich mit Zahlen agieren war das schlicht: ungenügend. Ich selbst habe in St. Gallen finanzielle Führung und Controlling studiert. Ich erkenne eine Schönwetter-Buchhaltung, wenn ich sie sehe.

3. Fake News reloaded

Dann wird es wild: Du verbreitest das Gerücht, es seien rechtliche Schritte „aus der Konfliktpartei“ gegen die DBU eingeleitet worden – noch vor dem Offenen Brief. Das ist schlicht falsch. Kein Verfahren, kein Mahnschreiben, kein juristischer Schritt von unserer Seite.

Die nächste Unterstellung folgt prompt: Der Offene Brief sei Teil eines inszenierten „Machtkampfs“. Ein Machtkampf, das klingt ja fast glamourös. Unsere Motivation war viel banaler: Wir wollten die Insolvenz verhindern.

Wir hatten keinen Zugang zu den offiziellen Kommunikationswegen, ein beschnittenes Rederecht bei der „Infoveranstaltung“, wo unsere Beiträge durch die Moderation teilweise lächerlich gemacht wurden oder wir wurden auf mute geschaltet. Was blieb, war das, was in jeder demokratischen Struktur bleibt, wenn alle anderen Kanäle dichtgemacht werden: die Öffentlichkeit. Wer das skandalös findet, hat ein beschädigtes Demokratieverständnis.

4. Das Märchen von der Überforderung

Sicher, der Vorstand arbeitet ehrenamtlich. Das entschuldigt aber nicht, dass zentrale Aufgaben (wie die Kontrolle des Vereinsvermögens und der Ausgaben) vernachlässigt wurden, während man gleichzeitig das Hochglanz-Image pflegt. Der Kassenwart betont regelmäßig, sein Engagement sei ein Halbtagsjob. Tatsächlich fragt man sich: Für welche Tätigkeiten genau? Eine Buchhalterin ist angestellt, der Steuerberater macht die BWA, die Ein- und Ausgänge sind überschaubar. Wo also fließt die ganze Energie hin? Ins Warten auf Einsicht?

5. Intrigen sind kein Zufall

Was sich bei der Mitgliederversammlung abspielte eine gut organisierte politische Intrige mit Taktik, Timing und Tränendrüse. Plötzlich standen 18 Kandidat:innen zur Wahl für den neuen Rat (historisch einmalig!), den man zuvor per Antrag auch noch auf 9 statt 11 Räte reduzieren wollte. Zufall? Kaum. Der Plan war klar: Kritische Stimmen aus dem Rat halten, koste es, was es wolle. Man hatte Mitarbeitende gebrieft, Narrative geschaffen. Wer da noch von einer „buddhistischen Streitkultur“ spricht, verwechselt Sangha mit Strategietreffen der AFD.

6. Und nun zum Dharma

Am Ende Deines Kommentars rollst Du noch das ganz große Rad: Dharma, rechte Rede, Ego, Verblendung. Ich finde es beachtlich, mit wie viel Pathos Du mir ein moralisches Zeugnis ausstellst, ohne die konkrete Sachlage überhaupt zu verstehen. Du referierst hier oft lediglich die Narrative des DBU-Vorstands.

Lieber Jona: Dharma ist nicht der moralische Knüppel, mit dem man unliebsame Kritik niederstreckt. Und Rechte Rede ist kein Aufruf zur Selbstzensur. Gerade in schwierigen Zeiten ist es unsere Pflicht, klar, transparent und mutig zu sprechen – auch wenn das unbequem ist.

Worum geht es hier wirklich? Um Macht. Um den Machterhalt Einzelner und die Erhaltung dessen, wovon die derzeit Mächtigen glauben, so habe die DBU aufgestellt zu sein. Punkt. Mitsprache nicht erwünscht.

Die DBU steht am Scheideweg: Sie kann weiter unprofessionell vor sich hin wurschteln oder sie kann sich öffnen und endlich Dialoge auf Augenhöhe zulassen. Wir, die Verfasser des Offenen Briefs, haben diesen Weg angeboten. Er wurde ausgeschlagen. Und genau deshalb erzähle ich diese Geschichte. Weil Schweigen nichts heilt. Und weil Ehrlichkeit im Buddhismus keine Schwäche ist, sondern Praxis.

Antworten
Jona
7/8/2025 12:33:37

Hallo Hendrik,
Danke für deine Antwort! Darin sind Punkte, die ich relevant finde und ich danke dir für deine Einordnung.

Jedoch hinterlässt mich dein Ton, die bleibende Einseitigkeit deiner Beiträge und das komplette Ablehnen anderer Perspektiven ratlos. Du nutzt in deinen Antworten so viel Polemik und wirst mitunter persönlich angreifend. Ich versuche so viel wie möglich daraus zu ziehen, sehe aber gerade nicht, wohin eine weitere Diskussionen in der Form führen soll. Was soll ich noch sagen, wenn meine Beiträge von dir als Märchen, Verschwörungsmythen, Wiedergabe von Narrativen abgetan werden und mir abgesprochen wird, den Sachverhalt überhaupt beurteilen zu können?
Ich möchte mich nur noch zu folgendem äußern:

Ich verstehe, dass dich die Handlung des Stummschaltens aufregt, widerspreche aber in der Bewertung. Diese Form von Moderation ist nicht Zensur. Wenn sich destruktiv an einer Debatte beteiligt wird und auf Ermahnungen nicht reagiert wird, ist das Unterbrechen ein üblicher nächster Schritt der Moderation. Es wurde zudem nicht der inhaltliche Teil des Beitrages unterbrochen. Ich hatte davor bereits darum gebeten, die persönlichen Angriffe zu unterlassen. In Online-Diskussionen wird dafür die Funktion des Stummschaltens genutzt, da es verbal nicht so gut geht wie offline, insb. wenn Personen einfach weiterreden. Was die organisationsinternen Positionen der beteiligten Person ist, halte ich da für irrelevant, im Gegenteil: Ich fände es eher schlimm, wenn ein Ratsmitglied bei beleidigenden Beiträgen nicht unterbrochen wird.
Ich sehe aber, dass ich das besser erläutern und nachbereiten hätte sollen.

Dass du dich an die Öffentlichkeit wendest und hier deine Position kundgibst, finde ich grundsätzlich völlig in Ordnung. Ich halte deine Postion nur wie erwähnt für stark einseitig und teilweise framend in deinem Sinne. Das wollte ich für Lesende, die dich nicht so gut kennen, hier nicht unerwähnt lassen.

Was für dich „wie das Statement eines abgehalfterten Politikers“ klingt, war der Versuch, hier eine differenziertere Position einzubringen.

Zum Dharma: Mein letzter Absatz hat sich nicht nur an dich gerichtet, hier in den Kommentaren wurde ja auch von ähnlichem Verhalten aus dem Rat berichtet. Ich finde das beiderseits unsäglich. Auch habe ich damit nicht versucht, unliebsame Kritik niederzustrecken, denn auf die Kritik bin ich an anderer Stelle eingegangen. Mir ging es wie benannt um den Umgang miteinander.

Es tut mir jedoch leid, dass du das als so angreifend aufgenommen hast und ich nehme mir zu Herzen, besser darüber nachzudenken, wann und wie ich das Dhamma in einer Diskussion einbringe bzw. darauf eingehe.

Antworten
Frank Hendrik Hortz
7/8/2025 12:38:14

Lieber Jona, vielen Dank für Deinen neuerlichen Beitrag zu unserer Diskussion und die Bereitschaft, trotz aller Differenzen weiterhin das Gespräch zu suchen. Das weiß ich zu schätzen. Ich möchte auf einige Punkte eingehen – ganz sachlich und ohne ironische Spitzen, wie Du es Dir gewünscht hast.

Zur Bewertung von Perspektiven und Fakten:

Du schreibst, dass Dich meine Einseitigkeit ratlos zurücklässt. Ich kann das nachvollziehen, möchte aber erklären, warum ich an bestimmten Darstellungen festhalte: Es geht mir nicht darum, andere Perspektiven pauschal abzuwerten, sondern darum, Fakten klar zu benennen. Wenn aus Tatsachen verdreht, relativiert oder durch Narrative ersetzt werden, die ich als falsch erkenne, halte ich es für meine Verantwortung, dem deutlich zu widersprechen, unabhängig davon, wie unangenehm das im Ton erscheinen mag. Kritik an Strukturen und Verantwortlichen ist kein Angriff auf Einzelpersonen, sondern Ausdruck eines demokratischen Anspruchs.

Zur Rolle erfahrener Mitglieder:

Du hast darauf hingewiesen, dass Du bestimmte Beiträge, unter anderem von Ratsmitgliedern und Unterzeichnern des Offenen Briefs, als destruktiv empfunden hast. Ich möchte an dieser Stelle betonen, dass es sich bei diesen Personen um langjährig engagierte und vielfach respektierte Mitglieder der DBU handelt, darunter renommierte Dharma-Lehrer und -Gelehrte und erfahrene Funktionsträger. Ihre Kritik gründet nicht auf persönlicher Befindlichkeit, sondern auf fundierter Kenntnis der internen Prozesse und untadeliger Gesinnung. Dies trifft auch auf die anderen Kommentatoren dieses Blogbeitrages zu. Schau Dir bitte genau an, um wen es sich da handelt.

Zur Moderation und dem Stummschalten:

Was das Stummschalten bei der Infoveranstaltung betrifft: Ich verstehe Deine Argumentation aus der Perspektive der Moderation. Gleichzeitig ist es nachvollziehbar, dass ein solcher Eingriff – insbesondere gegenüber einem demokratisch legitimierten Ratsmitglied – als hochproblematisch empfunden wird, gerade in einem Kontext, in dem ohnehin der Eindruck von Gesprächsverweigerung im Raum steht. Es geht hier nicht um technische Abläufe, sondern um symbolische Signale: Wer darf sprechen, wer wird von wem unterbrochen, und auf welcher Grundlage?

Zur öffentlichen Auseinandersetzung:

Du schreibst, Du findest es legitim, dass ich mich öffentlich äußere – danke dafür. Ich nehme auch ernst, dass Du meine Darstellung als „framend“ empfindest. Ich bemühe mich um Klarheit, auch wenn ich verstehe, dass diese Klarheit in einem so aufgeladenen Feld als Zuspitzung wirken kann. Es wäre in der Tat hilfreich, wenn es einen anderen Ort für diesen Austausch gäbe, offener, respektvoll moderiert, auf Augenhöhe. Leider war das in der DBU nicht möglich, Machtinteressen überwogen.

Zum Dharma:

Was Deinen Verweis auf den Dharma betrifft, sehe ich, dass Du ihn aus einer grundsätzlichen Sorge heraus angebracht hast. Für mich persönlich ist der Dharma ebenfalls Richtschnur. Gerade deshalb halte ich es für geboten, auch unbequeme Wahrheiten offen anzusprechen.

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